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Jugendring der Stadt Duisburg e.V.
Claubergstraße 20-22
47051 Duisburg

15 neue Stolpersteine in Duisburg

Am Mittwoch dem 12.09.2018 sowie Donnerstag dem 13.09.2018 wurden im Duisburger Stadtgebiet wieder neue Stolpersteine verlegt. Gemeinsam mit Künstler Gunter Demnig, dem „Heimatverein Hamborn e.V“, „dem Ruhrorter Bürgerverein“, sowie „DuGay e.V“ gedachte der Jugendring Duisburg an insgesamt 7 Verlegestellen 15 Menschen, die unter dem Terror der Nationalsozialisten Leid erfuhren. Darunter auch 4 homosexuelle Männer, die aufgrund ihrer sexuellen Orientierung verhaftet, verfolgt und sogar ermordet wurden. Paul Friederich (1909-20. März 1945), Alfred Ledermann (1921-1942), August Zgorzelski (1904-1944) und Walter Braumann (1897-1973), von denen nur letzterer einer Ermordung in einem Konzentrationslager entging, erhielten am Mittwochnachmittag jeweils einen Stolperstein. Die Patenschaften für die Steine übernahmen Frau Bärbel Bas (Friederich und Zgorzelski), Herr Michael Kleine-Möllhoff (Ledermann) sowie der Verein „DuGay e.V.“ (Braumann).

Am darauf folgenden Tag um 9 Uhr morgens begann die Verlegung der weiteren Steine. Dabei wurde den Familien Katzenstein, Hillmann und Brandt gedacht. Familie Katzenstein, bestehend aus Dr. Robert Katzenstein, Frau Helga Katzenstein (geb. Kauders) sowie den beiden Söhnen Edgar und Kurt Katzenstein, hatte ihren Wohnsitz in der Ludgeristr. 16. Dr. Robert Katzenstein wurde in der Reichsprogrammnacht am 9. November 1938 in Schutzhaft genommen und nach Dachau deportiert. Von dort wurde er jedoch am 08.12.1938 wieder entlassen und entschied sich dazu mit seiner Familie zu flüchten. Während Kurt Katzenstein über einen Kindertransport nach England gelang, flüchteten seine Eltern und der jüngere Bruder nach Tegucigalpa (Honduras). Bei der Verlegung waren einige Angehörige dabei und hielten eine Rede zu Ehren der Opfer. Die Patenschaft übernahm der Heimatverein Hamborn e.V. Jacob Hillmann und seine Frau Berta (geb. Rosenbaum) stammten ursprünglich aus der heutigen Ukraine, betrieben jedoch in Duisburg ein Modegeschäft und bekamen hier 3 Kinder: Gisela, Edwin und Wolfgang. Bevor die gesamte Familie in so genannte „Judenhäuser“ umziehen musste, lebte sie in der Landwehrstraße 75. Am 22.04.1942 wurden die Hillmanns mit über 800 weiteren Menschen nach Izbica gebracht und später ermordet. Für die Verlegung der 5 Steine in der Landwehrstraße waren einige Familienmitglieder aus Israel angereist, welche auch die Patenschaft für die Steine übernahmen. Gemeinsam mit vielen weiteren Menschen nahmen sie an der Trauerveranstaltung teil. Erich und Else Brandt ehemalig wohnhaft in der Bayernstraße 68 in Marxloh wurden ebenfalls durch die Nationalsozialisten ermordet. Die Inhaber des einst großen Kaufhauses „Brandt & Co“ wurden am 30. Oktober 1941 in das Ghetto Litzmannstadt (Lodz) verschleppt. Am 28. Juli des darauf folgenden Jahres wurde Else Brandt ermordet. Ungefähr 1 ½ Monate später, am 10. Oktober 1942 starb auch Erich Brandt im Vernichtungslager Kulmhof (Chelmno).

„Gerade in Zeiten, wo die Gesellschaft spürbar nach Rechts rutscht sind solche Aktionen wichtig“, so Jennifer Jonczyk, Vorsitzende des Jugendrings. „Die Erinnerungskultur und gerade Stolpersteine zeigen uns immer wieder auf, was passiert, wenn man dem blinden Hass gegen Minderheiten folgt!“ so Jonczyk weiter. Yannik Form, Vorstandsreferent des Jugendrings, ergänzt: „In der Schule lernen die Kinder und Jugendlichen abstrakte Zahlen. Durch die Stolpersteine werden so aus den Zahlen Schicksale. Es sind auf einmal nicht mehr „Die“ sondern Nachbarn. Es wird greifbar.“ Menschen, Gruppen, Schulklassen oder Vereine die auch Stolpersteine verlegen lassen wollen und Paten werden wollen können sich gerne beim Jugendring unter 0203/26246 oder mail@jugendring-duisburg.de melden. Der Jugendring Duisburg übernahm wieder die Koordination der Verlegung und dankt allen Personen, die an diesem wichtigen Teil der Erinnerungskultur mitgewirkt haben. Ein ganz besonderer Dank geht natürlich an Herrn Gunter Demnig, dessen Projekt „Stolpersteine“ mittlerweile fast 70.000 verlegte Steine umfasst, sowie an die Wirtschaftsbetriebe Duisburg und an Herrn Pilger vom Zentrum für Erinnerungskultur, ohne die eine solche Verlegung nicht realisierbar wäre.

Für Rückfragen zu der Stolpersteinverlegung stehen wir selbstverständlich zur Verfügung. Am besten über die Mobilnummer von Yannik Form.

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